Corona-Tarifrunde: Deutsche Bahn und EVG schnüren Verhandlungspaket

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Die DB und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben am Verhandlungstisch ein umfassendes Corona-Tarifpaket geschnürt. Ziel ist es, in schwierigen Zeiten Beschäftigung zu sichern und strukturelle Schäden durch die Corona-Pandemie zu vermeiden.

In den letzten Verhandlungstagen hatten beide Tarifparteien in mehreren Punkten deutliche Fortschritte gemacht und weitere Übereinstimmungen erzielt.

Wesentliche Inhalte des Corona-Tarifpakets sind eine Laufzeit bis Ende Februar 2023 und moderate Lohnsteigerungen in Höhe des Inflationsausgleichs. Gleichzeitig werden darin betriebsbedingte Kündigungen in Folge der Pandemie ausgeschlossen und für Neueinsteiger der Kündigungsschutz während der Laufzeit ausgeweitet. Ebenfalls enthalten sind eine soziale Komponente und zusätzliche Investitionen in Qualifizierung und berufliche Mobilität der Beschäftigten.

Das Corona-Paket steht nach Angaben der EVG unter dem Vorbehalt der Zustimmung ihrer Gremien in der nächsten Woche. Daneben will die EVG weitere Themen klären.

DB-Personalvorstand Martin Seiler:

„Wir haben in den letzten Tagen gemeinsam bewiesen, dass am Verhandlungstisch intelligente Lösungen zur Bewältigung der Corona-Krise möglich sind. Gleichzeitig ist das geschnürte Tarifpaket in schwierigen Zeiten ein klares Signal an heutige und künftige Beschäftigte. Wir wollen zusätzlich in Personal, in Qualifizierung und berufliche Mobilität investieren.“

Die DB sagt auf dieser Basis zu, die Einstellungs- und Ausbildungsoffensive fortzusetzen. Seiler: „Was wir erarbeitet haben, ist sozial ausgewogen, ökonomisch verantwortungsvoll und eine Grundlage dafür, den Wachstumskurs der DB fortzusetzen.“

Inhalte des Corona-Tarifpakets:

Löhne: Vorgesehen ist, dass die Löhne zum 1. Januar 2022 in Höhe des Inflationsausgleichs steigen. Der Korridor liegt zwischen mindestens 0,5 und maximal 1,5 Prozent. Ermittelt werden soll die Höhe im Laufe der Jahre 2020/2021. Die vorgesehene Laufzeit beträgt 24 Monate bis Ende Februar 2023. Für untere Lohngruppen soll es eine Einmalzahlung geben, falls die Inflation unter ein Prozent fallen sollte.

Kündigungsschutz: Betriebsbedingte Kündigungen als Folge der Corona-Krise sollen ausgeschlossen und der Kündigungsschutz für Neueingestellte ebenfalls während der Laufzeit verbessert werden.

Einstellungen: Die DB sagt auf Grundlage des Corona-Tarifpakets zu, in den nächsten zwei Jahren insbesondere in den stark umworbenen Fachberufen weiter auf hohem Niveau einzustellen und Nachwuchskräfte auszubilden.

Corona-Regelungen: Teil des Pakets sind ebenso umfassende Regelungen für Fälle, in denen Beschäftigte in diesem Jahr Corona-bedingt die Kinderbetreuung oder Pflege naher Angehöriger übernehmen müssen.

Weitere Inhalte:

Künftig soll die Vermittlung von Wissen stärker honoriert werden. Geplant ist, dass DB-Beschäftigte (Fachvermittler) dafür eine Prämie erhalten. Das Paket beinhaltet ebenfalls, die berufliche Mobilität und das berufsnahe Wohnen zu fördern. Dafür soll ein Fonds eingerichtet werden, aus dem Beschäftigte Unterstützungsleistungen erhalten können. Auch sollen die Voraussetzungen für arbeitgeberfinanzierte Job-Tickets geschaffen werden.

Außerdem ist Inhalt des Tarifpakets, die Lohnstruktur für die Beschäftigten von DB Services und DB Sicherheit zu verbessern. Weitere Verbesserungen sind für Busbeschäftigte geplant. Darüber verhandeln DB und EVG bereits seit Jahresbeginn. So sollen für die rund 6.000 Busbeschäftigten die Löhne ab 2021 um 2,6 Prozent erhöht werden.

Die Verhandlungen wurden vor dem Hintergrund geführt, die Corona-Schäden gemeinsam und solidarisch zu bewältigen und das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren. Ende Mai hatten EVG, Konzernbetriebsrat und DB mit dem Bundesverkehrsminister einen Beitrag aller zur Sicherung von Beschäftigung vereinbart. Teil des Bündnisses sind Einsparungen bei den Personalkosten. (red/DB)

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