Eine Woche für die “FutureMobility”

in Personenverkehr von

FutureMobility Summit und Week, Hauptstadtkonferenz Elektromobilität, Konferenz Lab to Reality – vom 6.- bis 12. April 2018 ist der Euref-Campus in Berlin-Schöneberg Drehscheibe für Entscheider und Forscher rund um E-Mobilität, autonomes Fahren, alternative Antriebe, Vernetzung und kommunale Lösungen.

Von Hermann Schmidtendorf, Redaktion Berlin

Vertreter aus lokaler und “großer” Politik, Start Ups und interessierte Nutzer tauschen sich aus über Probleme und Lösungen von heute und morgen. Der eMobility Summit war vor sieben Jahren durch den Tagesspiegel ins Leben gerufen worden und ist seither ständig gewachsen.

“Wir haben dieselben Probleme wie Frau Pop”, berichtete im Gespräch mit bahn manager Gerd Priebe vom Klimapakt Flensburg e.V. “Wir wollen bis 2050 CO₂-neutral werden bei anwachsender Bevölkerung.” Deshalb hörte sich der Gast aus dem Norden gerne an, was die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie BVG-Chefin Dr. Sigrid Nikutta über Kooperationen mit Siemens und der DB im Bereich autonome Shuttle-Busse und intelligente Stromladesäulen berichteten.

Ein anbieterneutrales Ladesystem, bei dem der Fahrzeugstrom nicht mehr kostet als beim eigenen Hausvertrag und die Ladesäulen deutlich günstiger als jetzt sind – auch das ist ein interessanter Ansatz, auf dem Campus entwickelt und produziert durch das Start Up ubitricity. Derzeit rechnen unterwegs installierte Ladesäulen den PKW-Strom ganz unterschiedlich ab – mal nach Ladezeit, mal nach Ladevolumen, immer aber deutlich teurer als beim Hausstrom.

Interessant sind auch Multienergie-Ladesäulen. Mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums entwickeln derzeit Forscher aus Baden-Württemberg eine Ladesäule für erneuerbaren Strom, Wasserstoff und Methan. Je nach Angebot und Nachfrage kann die Säule eigenständig die verschiedenen Stromarten speichern und umwandeln, so dass immer das günstigste Angebot verfügbar ist. Auch die Stromladung für E-Busse ist in einem smart grid denkbar – auf dem Campus wird eine Ladesäule für Stromtanken von oben ausgestellt.

Auch wenn PKW-Hersteller das nicht so gerne hören – die autogerechte Stadt wird sich zu Gunsten von Konzepten wandeln, in denen Tram, Bus und Zug eine größere Rolle spielen. Daimler-Chef Dieter Zetsche verbreitete dennoch Zuversicht – er glaubt, demnächst bis zu einem Viertel aller PKWs als Elektro-Modell verkaufen zu können.

Im Gespräch mit bahn manager bekräftigte Zetsche, das etwa eine Milliarde Euro für die Erweiterung des globalen Daimler Batterie-Produktionsverbundes ausgegeben würden, um Kompetenz bei Bau und Erforschung zukünftiger leistungsfähiger Speicher im Konzern zu bündeln: “Damit unterstreichen wir unser Engagement für den konsequenten Ausbau der Elektromobilität.” Das Bahn-Branchen-Frauennetzwerk der Allianz Pro Schiene nutzte die Veranstaltungen zum weiblichen Erfahrungsaustausch – auch das ein Beitrag zur Zukunft der Mobilität. Mehr zum Thema in unserem Video

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