EU-Ranking: Deutschland knausert beim Schienennetz

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Beim Pro-Kopf-Vergleich mit anderen Länder Europas ist Deutschland weit abgeschlagen – nur 64 Euro je Einwohner flossen 2016 in die Bahninfrastruktur, haben Allianz pro Schiene und SCI errechnet. Am meisten Geld investieren die Schweiz und Österreich.

Nach einer Studie der Allianz pro Schiene und der Unternehmensberatung SCI Verkehr kommen wichtige europäische Wirtschaftsnationen auf dreistellige Pro-Kopf-Summen bei ihren staatlichen Investitionen in die Schieneninfrastruktur: Die Schweiz gab 378 Euro pro Bürger aus, gefolgt von Österreich mit 198 Euro.

Flege: Nötig wären 80 Euro pro Kopf

„Die skandalös mageren Jahre hat unser Schienennetz inzwischen hinter sich“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege heute in Berlin. „Aber obwohl sich Deutschland im EU-Ranking nirgendwo rekordverdächtig platziert, ist der Anfang für eine Trendwende gemacht.“ Vor allem die bessere Ausstattung aus der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung sorge dafür, dass es mit den Investitionen bergauf geht, bilanzierte Flege. Die Summe allerdings, die statt der aktuell 64 Euro nötig wäre, um nicht nur den Erhalt zu sichern, sondern auch beim Neu- und Ausbau voranzukommen, bezifferte er auf rund 80 Euro pro Kopf.

Leenen: Sogar die Chinesen investieren mehr

Die SCI-Geschäftsführerin Maria Leenen, schloss sich Fleges Einschätzung an. „Das reiche Deutschland leistet sich inzwischen weniger Schiene als die Volksrepublik China. Obwohl der Wohlstandsschnitt jedes Bürgers weit unter dem der Deutschen liegt, mobilisieren die Chinesen gewaltige Summen für ihre Infrastruktur“, sagte Leenen. (red/Allianz pro Schiene)

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