Fernverkehr: SBB und BLS streiten weiter um Konzessionen

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Dann also im Alleingang: Nachdem die Unternehmen eine gemeinsame Lösung nicht hinbekommen haben, stellen SBB und BLS jetzt jeweils getrennte Anträge für eine Fernverkehrskonzession – die SBB wollen ihre um  15 Jahre verlängern, die BLS möchte in Eigenregie zwei Intercity- und drei Regioexpress-Linien betreiben.

Jetzt liegt die Entscheidung beim Bund: Die SBB hat heute beim Bundesamt für Verkehr (BAV) die Erneuerung der schweizweiten Fernverkehrskonzession für weitere 15 Jahre beantragt. Zur Neuvergabe der Fernverkehrskonzession hatte die Behörde einen Wettbewerb der Ideen lanciert. Im Februar wurden die Gespräche dazu am runden Tisch mit dem BAV und den Bahnen jedoch ohne Ergebnis beendet. Auf ein  damals von der SBB geäußertes Kooperationsangebot ging die BLS – anders als die SOB – nicht ein.

Der nun von der BLS eigenständig gestellte Antrag umfasst zwei Intercity- und drei Regioexpress-Linien. Diese Linien will das Unternehmen schrittweise ab 2020 mit neuen Zügen und einem neuen Service bedienen. Die BLS folgt damit Einladung des BAV, sich an der Marktöffnung im Schweizerischen Eisenbahnfernverkehr zu beteiligen.

Zum Hintergrund: Die SBB ist erst seit 2004 alleinige Betreiberin des Fernverkehrs in der Schweiz. Sie übernahm damals die von der BLS betriebenen Fernverkehrslinien und überließ der BLS im Gegenzug die S-Bahn Bern (Regionalverkehr) zum Betrieb. Der Fernverkehr muss eigenwirtschaftlich betrieben werden. (red/SBB/BLS)

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