“Glück auf!” Für 75 Jahre DB-Regio-Werkstatt Dortmund und neue PESA-Links

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Von einer Dampflokschmiede zur Stammwerkstatt für hochmoderne Dieseltriebzüge der Firma PESA – die Werkstatt Dortmund der DB Regio NRW hatte guten Grund zum Feiern ihres 75-jährigen Bestehens. In der Mitte der Werkshalle präsentierte sich ein frisch ausgelieferter zweiteiliger PESA-Link der DB-Baureihe 632.

Von Hermann Schmidtendorf, Redaktion bahn manager

“Ich war 20 Jahre bei DB Regio”, erklärte Joachim Künzel, seit Anfang 2018 Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und somit als Verkehrsbesteller Vertreter der “anderen Seite”. Künzel erinnerte an die “tolle Zeit”, als er mit der Werkstatt Dortmund arbeitete. Bei den Aufgabenträgern fände derzeit ein Generationenwechsel statt. Es sei gut, dass dabei Führungskräfte antreten, die auch die Seite der EVUs aus eigener Berufsanschauung kennen. Künzel schloss mit einem hoffnungsvollen “Glück Auf!”

Andree Bach, Vorsitzender der Regionalleitung der DB Regio Nordrhein-Westfalen, betonte, dass die Dortmunder Bahnwerkstatt sich behaupten konnte, weil sie rechtzeitig den Traktionswechsel begleitete, Elektrolokomotiven ebenso ins Portefeuille holte wie Dieseltriebzüge. Heute beschäftigt die Werkstatt etwa 80 Mitarbeiter, davon sind um die 10 polnisch sprachig. Kein Wunder, dass die Mitarbeiter sich gerne vor dem neuen Diesel-Regio-Star aus dem polnischen Bydgoszcz (Bromberg) ablichteten. “Diese Züge, ihre Technik, das ist sehr modern”, lobte gegenüber bahn manager Elektriker Mirek Palm, der vor 20 Jahren aus Polen nach Dortmund kam und seither in der DB-Werkstatt arbeitet. “Es wird Spaß machen, mit diesen Züge zu arbeiten.”

Frohe Mimik zeigte gegenüber bahn manager auch PESA-Vorstandsvorsitzender Krzysztof Sędzikowski: “Ich freue mich sehr, dass jetzt 20 unserer Fahrzeuge schon im Einsatz sind. Bislang sind die Kunden zufrieden. Natürlich werden unsere Fachleute, die das Fahrzeug wie ihre eigene Westentasche kennen, am Anfang der Werkstatt zur Seite stehen, damit alles gut läuft. Servicedienste gehören zum Vertrag. Perspektivisch hoffen wir, dass wir die nächsten 75 Jahre mit dieser Werkstatt gut zusammenarbeiten können!”

Bis Ende März 2019 hat PESA noch 16 dreiteilige Link-Einheiten als DB-Baureihe 633 zu liefern. Für die DB-Regio-Linien Allgäu und Dreieich werden bis Oktober 2019 ebenfalls zwei- und dreiteilige Links ausgeliefert – das sind im kommenden Jahr insgesamt 72 Fahrzeuge.

Der 2012 zwischen DB und PESA geschlossene Rahmenvertrag im Volumen von 1,2 Milliarden Euro erlaubt die Lieferung von bis zu 470 Einheiten. Geht es damit jetzt weiter? CEO Sędzikowski: “Wir nehmen jetzt diese Gespräche wieder auf. Bislang war das schwer, da wir einen Lieferverzug hatten. Jetzt sind unsere zwischenzeitlichen Probleme überwunden, der Weg ist absolut wieder offen.”

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