HTW-Studie: Immense Kosten für den Verkehrsträger Straße

in Politik & Recht von

Im Auftrag des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) hat Christian Böttger von der HTW Berlin eine explorative Studie zu den „Kosten der Verkehrsträger im Vergleich“ erstellt, die heute in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Hintergrund: Die Monopolkommission hat in ihrem aktuellen Gutachten zum Wettbewerb im Eisenbahnsektor kritisiert, dass die Methodik der Kostenanlastung bei den unterschiedlichen Verkehrsträgern inkonsistent sei und dass zudem keine vollständigen Daten zum Vergleich von Kosten und Erlösen der Verkehrsträger vorlägen. Dem wollte das NEE auf den Grund gehen.

Studienautor Christian Böttger fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen: „Für Investitionen und Betrieb der Straßeninfrastruktur werden jährlich in Deutschland etwa 30 Milliarden Euro aufgewandt. Hinzu kommen weitere 30 Milliarden Euro für die Verkehrspolizei und zahlungswirksame Unfallfolgekosten.“

Die Unfallfolgekosten hatte Böttger einer vertieften Recherche unterzogen. Dabei wird erstmals grob aufgezeigt, dass in großem Umfang (17,5 Milliarden Euro) zahlungswirksame Unfallfolgekosten über Sozialversicherung oder Sozialhilfe von der Allgemeinheit getragen werden. Daneben müssen auch die schwer zu ermittelnden nicht zahlungswirksamen Kosten, vor allem weitere Unfallfolgekosten in Höhe von 27 Milliarden Euro und Umweltschäden in einer Mindesthöhe von 7,5 Milliarden Euro berücksichtigt werden, die in der Summe von 60 Milliarden Euro zahlungswirksamer Kosten noch nicht enthalten sind. Die zuzurechnenden Einnahmen des Straßenverkehrs aus Energiesteuern und Lkw-Maut liegen hingegen nur bei etwa 22 Milliarden Euro.

Böttger: „Es ist daher ganz sicher falsch, wenn sich Pkw-Fahrer und der Lkw als Melkkühe der Nation fühlen oder bezeichnen.“ (red/NEE)

Die Studie gibt hier zum Download.

zur Startseite