SBB Bilanz 2017: Überwiegend gut unterwegs

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 Die SBB hat 2017 positive Ergebnisse erzielt und war überwiegend gut unterwegs, trotz Rückschlag beim Güterverkehr. Die Kundenzufriedenheit ist im Personenverkehr und bei SBB Immobilien deutlich gestiegen. Kritischer wurde das Preis-Leistungsverhältnis eingeschätzt, zufriedener waren die Kunden dagegen mit der Information im Störungsfall und der Anschlusserreichung.

Bei SBB Cargo hingegen ist die Kundenzufriedenheit zurückgegangen, insbesondere in Bezug auf Pünktlichkeit.

89,0 Prozent aller Fahrgäste kamen mit der SBB pünktlich ans Ziel; das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als 2016 und es ist der höchste Wert seit sechs Jahren. Dieser erfreuliche Wert konnte dank mehr Robustheit beim Fahrplan erreicht werden; so wurden Unterhalts- und Ausbauarbeiten zuverlässiger eingeplant. Sehr gut war die Pünktlichkeit in der Region Ost mit Zürich. Im Tessin wurde sie verbessert, dank erfolgreichem ersten Betriebsjahr des Gotthard-Basistunnels; jedoch ist sie hier immer noch vergleichsweise tief, vorab aufgrund von Verspätungen aus Italien. In der Romandie hat sich die Pünktlichkeit verschlechtert; hier werden unter laufendem Betrieb grosse Bau- und Unterhaltsarbeiten und Ausbauten von Bahnhöfen umgesetzt. Die Arbeiten der Taskforce „Offensive Qualité Clients“ zeigen seit Oktober Wirkung, etwa mit verbesserter Pünktlichkeit dank einem neuem Abendfahrplan zwischen Genf und Lausanne oder der besseren Orientierung mit Pfeilmarkierungen am Boden. Die Zielvorgaben Sicherheit aus der Leistungsvereinbarung mit dem Bund wurden wie in den Vorjahren übertroffen.

Auch wenn die Pünktlichkeit insgesamt gut war, so gab es betrieblich doch einige Herausforderungen zu meistern: Drei Entgleisungen in Luzern, Bern und Basel haben regional zu grossen Einschränkungen des Bahnverkehrs geführt. Der Unterbruch des Güterverkehrskorridors bei Rastatt hat gezeigt, dass die Flexibilität im europäischen Bahnsystem mangelhaft ist, die länderübergreifende Zusammenarbeit noch nicht optimal funktioniert und die Entwicklung der transeuropäischen Korridore schneller und konsequenter vorangetrieben werden muss.

Konzernergebnis gesteigert

Das Konzernergebnis stieg um CHF 18 Millionen auf CHF 399 Millionen, aufgrund erhöhter Produktivität, dem besseren Ergebnis im Personenverkehr, von Immobilien und Infrastruktur sowie dank dem 2016 lancierten Effizienzprogramm „RailFit20/30“. Dieses ist mit Einsparungen von CHF 785 Millionen per Ende 2017 gut auf Kurs, davon CHF 512 Millionen beim operativen Aufwand Dritter und CHF 273 Millionen bei Investitionen. Der Ergebnisbeitrag der abgeltungsberechtigten Bereiche Infrastruktur und Regionalverkehr ist zweckgebunden, fliesst gemäss Vorgaben in die spezialgesetzlichen Reserven und bleibt für diese Bereiche reserviert.

Die Entgelte von Bund und Kantonen für Betrieb und Unterhalt der Infrastruktur, Ausbauten sowie den bestellten Regionalverkehr stiegen vorab aufgrund von höherem Unterhalt und Betrieb um 8,1 Prozent auf CHF 2666 Millionen. Im Regionalverkehr erhöhte sich der Kostendeckungsgrad von 59 auf gut 61 Prozent (+2,2); hier sind die Entgelte von Bund und Kantonen leicht gesunken, während das Angebot leicht verbessert wurde.

Der Free Cash Flow lag bei CHF 396 Millionen (Vorjahr: CHF -540 Millionen). Die verzinsliche Nettoverschuldung reduzierte sich auf CHF 8406 Millionen (Vorjahr: CHF 8796 Millionen). Der Schuldendeckungsgrad, d.h. die verzinsliche Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA, verbesserte sich auf 5,97 (Vorjahr: 7,47). Damit hat die SBB das Eignerziel von 6,5 erstmals deutlich unterschritten. Für einen langfristig robusten Schuldendeckungsgrad sind weitere Effizienzsteigerungen erforderlich, da in den kommenden Jahren grosse Investitionen anstehen, insbesondere in Rollmaterial oder Immobilienprojekte. Die Anzahl Vollzeitstellen sank um 364 auf 32 754, vor allem in der Administration. (red/SBB)

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